Frauenbundesliga-Liveticker

Friedberg, 29.+30.10.2011


Bilder:

Mannschaft der SF Friedberg vom Sonntag (v.l.n.r.: A.Nikolova, L.Genova, D.Daulyte, E.Levushkina, S.Janotta, M.Ohme)
Ein Blick in den Turniersaal (am Samstag, zu Rundenbeginn)
Aushängeschild der Friedberger Mannschaft: Spitzenbrett Melanie Ohme, mit einem vom Berichterstatter eingebrachten Glücksbringer
In eigener Sache: Der Hausigel


Karlsruher SF 1853 4 : 2 SF 1891 Friedberg
1 Schmidt, Jessica ½ : ½ Ohme, Melanie
2 Mader, Manuela 1 : 0 Levushkina, Elena
3 Lauterbach, Ingrid 0 : 1 Daulyte, Deimante
4 Kiefhaber, Veronika ½ : ½ Nikolova, Adriana
5 Brendel, Bergit 1 : 0 Lyubka, Genova
6 Scheynin, Julia 1 : 0 Janotta, Steffi

OSG Baden-Baden 5½ : ½ TSV Schott Mainz
1 Zatonskih, Anna + : - Endress, Anna
2 Kachiani-Gersinska, Ketino ½ : ½ Frey, Alisa
3 Arakhamia-Grant, Ketevan 1 : 0 Schlein, Julia
4 Moser, Eva 1 : 0 Voss, Chantal
5 Sedina, Elena 1 : 0 Krasnopeyeva, Julia
6 Schut, Lisa 1 : 0 Zemke, Christine


14:25

Hinter und liegt ein interessantes und spannendes Frauenbundesliga-Wochenende. Das Favoritenteam aus Baden-Baden siegte zweimal, ebenso die Mannschaft aus Karlsruhe, welche zumindest heute nicht ELO-favorisiert war. Mainz war zweimal unvollständig angetreten und unterlag den Gegnerteams jeweils ohne ernsthafte Chancen auf Mannschaftspunkte. Sehr unglücklich ging das Wochenende für die Gastgeber aus, welche an beiden Tagen gute Chancen besaßen und dann beide Male knapp unterlagen.

Zum Abschluss sind ein paar Worte des Dankes an die Ausrichter angebracht. Nach meinen Erkenntnissen der letzten zwei Tage hat eine relativ kleine Gruppe von Personen eine unglaubliche Energieleistung gebracht, um den Spielerinnen und auch allen Gästen in jeder Hinsicht ein hervorragendes Ambiente zu bieten. Trotz des letztendlichen tragischen Ausgangs dieses FBL-Wochenendes aus Sicht der Gastgeber bin ich der Meinung, dass Friedberg eine Bereicherung für die Frauenbundesliga ist, und ich wünsche Ihnen hiermit viel Erfolg im weiteren Saisonverlauf.

Damit endet meine Berichterstattung an diesem Wochenende; ich danke allen Schachfreunden, die hier mitgelesen haben, für ihre Anteilnahme an den Wettkämpfen.
Roland Voigt

14:20 Es ist vollbracht; Melanie und Jessica haben sich auf Remis geeinigt. Ich bin überzeugt davon, dass Melanie beim Stand von 2:3 mit der gleichen Position noch gekämpft hätte, als ob es kein Morgen gäbe. So jedoch hatten beide Spielerinnen ein Einsehen, und der Kampf endet mit einem letztendlich leistungsgerechten 4:2 zugunsten von Karlsruhe.
14:10 Angesichts der zahlreichen Zuschauer, die sich um die einzige noch laufende Partie scharen, ist es schlicht unmöglich, noch ein Diagramm von Melanies Stellung zu liefern. Zumindest einmal gab es wohl schon die Möglichkeit, in ein remises Turm-Läufer-Endspiel abzutauschen. Es wäre nur schade für Melanie, wenn ihr jetzt ein Fehler unterlaufen würde, der sie die Partie kostet. Wir bleiben gespannt...
14:05 Melanie müht sich weiterhin ab. Der Verlust des Mannschaftskampfes hält sie anscheinend nicht davon ab, aus ihrer Stellung noch das Maximum herausholen zu wollen. Die Stellungseinschätzung hat sich unwesentlich geändert, sie hat immer noch minimalen Vorteil.
13:55 Ketevan Arakhamia-Grant erzielt überraschend auch noch einen Sieg. Der c-Bauer (Diagramm siehe unten) lähmte die weißen Steine derart, dass die schwarzen Figuren inzwischen ein Mattnetz aufbauen konnten. Der Vorjahresmeister siegt damit 5½:½ gegen die Mannschaft aus Mainz.
13:48 Lyubka musste die Waffen strecken; damit steht der Karlsruher Mannschaftssieg endgültig fest. In beiden Kämpfen läuft jetzt nur noch eine Partie.
13:42 Eva Moser kam, sah und siegte - 4½:½ für Baden-Baden.
13:37 Und noch eine Meldung von der Frauenregionalliga: Das dritte Brett von Friedberg 2 hat gewonnen, damit ist auch der gesamte Kampf zugunsten der Gastgeber entschieden.
13:35 Bei Melanie haben sich inzwischen die Damen getauscht, die schwarze Verteidigungsstellung ist nach wie vor schwer zu knacken. An Brett 4 geht es in den Endspurt; nach meinem Verständnis kann Lyubka den Abtausch in ein für sie verlorenes Bauernendspiel nicht mehr vermeiden.
13:23

Zum besseren Verständnis des vorigen Kommentars ein Diagramm von Brett 3 aus dem Wettkampf Baden-Baden gegen Mainz:

Schlein, Julia (Mainz) - Arakhamia-Grant, Ketevan (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Da der Mannschaftskampf ja seit langer Zeit entschieden ist und meine Aufmerksamkeit ohnehin mehrheitlich auf dem Match zwischen Karlsruhe und Friedberg ruht, habe ich nicht versucht, das taktische Geplänkel auf der zweiten Reihe vollständig zu durchschauen. Tatsache ist aber, die Weißspielerin sieht mit jedem Zug sorgenvoller aus.

13:15

Melanie hat am Damenflügel die Stellung etwas geöffnet und sich damit etwas mehr Initiative verschafft. Bei ihr ist also ein voller Punkt noch durchaus im Bereich des Möglichen. Unverändert schwer hat es Lyubka an Brett 5:

Genova, Lyubka (Friedberg) - Brendel, Bergit (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Das Endspiel ist nicht ganz so leicht gewonnen wie die beiden zuvor genannten Endspiele mit Qualitätsvorteil für Baden-Baden im Nachbarkampf. Trotzdem ist prinzipiell natürlich ein Schwarzsieg zu erwarten.

Kurioses passiert auch bei Mainz: Julia Schlein an Brett 3 verwaltet ein Turm-Springer-Endspiel mit drei gegen einen Bauern, aber das verbleibende Bäuerchen ist gerade zum Riesen avanciert, und Julia muss aufpassen, dass ihr die ganze Geschichte nicht um die Ohren fliegt... Die gute Nachricht: Wenn es ihr gelingt, wenigstens den Springer für den letzten schwarzen Bauern zu opfern, sollte sie keine Probleme haben, ein Remis zu erreichen.

13:07 Kurzer Zwischenstand von der Frauenregionalliga West: Friedberg 2 spielt in der Aufstellung C.V.Graf/C.V.Diener/K.Pralle/M.Witt, Gießen in der Aufstellung I.Donchenko/A.Wallstabe/I.Velkina/D.Henzelmann. Zur Zeit steht es 1½:½ für die Gastgeber; nach dem bereits erwähnten kampflosen Punkt am zweiten Brett haben sich die Spielerinnen an Brett 1 auf Remis geeinigt.
13:05 Eva Moser hat inzwischen die Qualität gewonnen, und es ist damit zu rechnen, dass sie ihr Endspiel mit ebenso großer Souveränität zum Erfolg führen wird, wie es Elena Sedina zuvor am Nachbarbrett getan hat. Um den vollen Brettpunkt für Mainz käpft weiterhin Julia Schlein gegen Ketevan Arakhamia-Grant am Brett 3.
13:00

Gerade wollte ich das Turmendspiel an Brett 4 kommentieren:

Kiefhaber, Veronika (Karlsruhe) - Nikolova, Adriana (Friedberg)

(Weiß am Zug)

Aber ich kam zu spät, die Spielerinnen haben sich soeben auf Remis geeinigt. Natürlich kann man Adriana hier keinen Vorwurf machen. Somit liegt Karlsruhe jetzt 2½:1½ in Führung.

12:50

Bei Melanie ist lange Zeit nicht viel passiert, aber jetzt, wo sich die Situation an den anderen Brettern beruhigt hat, können wir uns einen Blick auf das Friedberger Spitzenbrett gönnen:

Ohme, Melanie (Friedberg) - Schmidt, Jessica (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Ich bin schon der Meinung, dass Melanie durch die offene a-Linie und das Läuferpaar leichten Vorteiln besitzt, aber bis zum Sieg ist es ein weiter Weg, und selbst das könnte bei einer vorsichtigen Einschätzung der übrigen noch laufenden Partien nicht reichen. Klar ist jedoch auch, dass Melanie den nötigen Kampfgeist besitzt, um die Stellung noch eine Ewigkeit weiterzuspielen, wenn es im Mannschaftssinne notwendig ist.

12:45 Baden-Baden hat den Mannschaftssieg mit einem Sieg von Elena Sedina an Brett 5 und einem Unentschieden an Brett 2 gesichert. Ketevan Arakhamia-Grant hat sich in ein schwieriges Endspiel mit Minusbauern gerettet, dafür ist Eva Moser im Besitz eines Mehrbauern. Das Endergebnis sollte also ungefähr 4½:1½ lauten. Bei Friedberg liegt Lyubka wirklich materiell zurück, das Endspiel sollte nicht haltbar sein. Da auch Adriana nur begrenztes Gewinnpotential auf dem Brett hat (ein Turmendspiel mit gleich vielen Bauern), deutet sich ein weiterer Mannschaftssieg von Karlsruhe an.
12:40 Wie mir gerade mitgeteilt wurde, hat Manuela an Brett 2 für Karlsruhe gewonnen, 2:1 also für Karlsruhe.
12:35

Erst dachte ich, dass Lyubka eine Figur gewinnt, jetzt sieht es so aus, als würde sie stattdessen eine Qualität verlieren. Und Elena steckt ebenfalls in Schwierigkeiten:

Mader, Manuela (Karlsruhe) - Levushkina, Elena (Friedberg)

(Schwarz am Zug)

Die weiße Initiative kann leicht zu einem vollen Punkt für Karlsruhe führen. Es sieht insgesamt nicht gut aus für die Friedberger Spielerinnen...

12:22

Deimante hat für Friedberg gewonnen und damit zum 1:1 ausgeglichen. Bei Melanie und Elena vorn ist weiterhin vergleichsweise wenig passiert; zwar haben sich auf beiden Brettern ein paar Figuren abgetauscht, aber Prognosen zum Ausgang mag ich gerade nicht abgeben. Adriana ist in ein unsymmetrisches, objektiv wahrscheinlich aber immer noch remises Turmendspiel gerutscht. An Brett 5 zerschießen sich die Spielerinnen gegenseitig die Bauernstruktur:

Genova, Lyubka (Friedberg) - Brendel, Bergit (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Wenn man bedenkt, dass die anderen drei Partien alle irgendwo im Ausgleichsbereich verlaufen, könnte der Ausgang an Brett 5 vorentscheidenden Charakter haben. Leider ist nach einem schnellen Blick aufs Brett überhaupt nicht absehbar, welche Partei hier am Ende vorn liegen wird...

12:15

Elena Sedina hat in ein klar gewonnenes Endspiel abgewickelt:

Krasnopeyeva, Julia (Mainz) - Sedina, Elena (Baden-Baden)

(Schwarz am Zug)

Für eine Spielerin ihrer Stärke sicher eine einfache Sache der Technik; in Kürze können wir also das 3:0 erwarten. Hochspannung gibt es hingegen an Brett 3:

Schlein, Julia (Mainz) - Arakhamia-Grant, Ketevan (Baden-Baden)

(Schwarz am Zug)

Ich könnte mir vorstellen, dass die taktischen Verwicklungen schnell zu einer Gewinnstellung von Weiß führen. Einen Unterschied für den Ausgang des Mannschaftskampfes wird es nicht machen, aber man kann der Mainzer Mannschaft ja trotzdem den Ehrenpunkt gönnen...

12:08 Ich wollte gerade ein Diagramm vom Friedberger Brett 6 nachreichen, doch leider bin ich zu spät gekommen. Steffi hat sehr zügig verloren, damit gehen die Gäste aus Karlsruhe (nicht unverdient) in Führung.
11:57

Lisa Schut hat tatsächlich zum 2:0 eingelocht, womit es kaum noch realistische Hoffnungen für einen Mainzer Mannschaftspunkt gibt. Zurück zum Wettkampf Karlsruhe gegen Friedberg; ich bin gespannt, ob die Mannschaft der Gastgeber wieder so einen hart ausgekämpftes Match wie gestern gegen Baden-Baden zeigt. An allen Brettern passieren mehr oder weniger interessante Dinge, selbst an Brett 4 deuten sich unsymmetrische Abwicklungen an. Deimante arbeitet in Richtung des ersten vollen Punktes:

Daulyte, Deimante (Friedberg) - Lauterbach, Ingrid (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Nun ist es vielleicht etwas früh, hier schon über volle Punkte zu philosophieren, aber die Friedberger Spielerin hat erfolgreich die gegnerischen Figuren in die Ecke gedrängt und erhöht mit jedem weiteren Zug den Druck (es folgte De4).

Ich bin in der letzten Stunde von ein paar Anhängern des Gastgeberteams gefragt worden, wie ich die Situation einschätze, und bis vor kurzen war ich etwas sorgenvoll, was mit den letzten Entwicklungen (siehe Kommentar um 11.30) und insbesondere der Stellung an Brett 6 zusammenhängt. Deimantes Fortschritte an Brett 3 geben sicher den Friedbergern einen günstigen Wind; alles in allem ist der Wettkampfstand aber weiterhin noch völlig unklar.

11:45

Im Wettkampf Baden-Baden gegen Mainz scheint die erste Vorhersage in Erfüllung zu gehen. Lisa Schut holt zum entscheidenden Schlag aus:

Schut, Lisa (Baden-Baden) - Zemke, Christine (Mainz)

(Weiß am Zug)

Bei günstigem Verlauf (aus Baden-Badener Sicht) ist die Partie in wenigen Zügen zu Ende, das wäre also das erwartete 2:0. Ein Fragezeichen steht hingegen bei Eva Moser an Brett 4. Sie hat ein paar Figuren getauscht (Diagramm weiter unten) und besitzt jetzt die bessere Bauernstruktur, dafür muss sie sich damit abfinden, dass die schwarzen Figuren gerade ausgezeichnet postiert sind, während der weiße Damenflügel noch nicht entwickelt ist.

11:30 Karlsruhe hat ein paar Minuspunkte kompensieren können. An Brett 2 hat Manuela Mader die Rochade geschafft, an Brett 5 ist es Dr.Bergit Brendel (der Doktortitel stand bisher nicht auf den Aufstellungsbögen, sorry!) gelungen, ihre Figuren besser zu koordinieren. Steffi an Brett 6 für Friedberg, die bisher gut im Rennen war, hat ihren starken Läufer getauscht, d.h. die Karlsruher Spielerin steht jetzt mit dem Läuferpaar und Raumvorteil deutlich aktiver.
11:15

Zu zwei Partien im Match Baden-Baden gegen Mainz habe ich bisher keine Diagramme geliefert, also holen wir das jetzt nach:

Kachiani-Gersinska (Baden-Baden) - Frey, Alisa (Mainz)

(Schwarz am Zug)

Nicht viel los; die weißen Figuren stehen momentan günstiger, aber vielleicht hält Alisa ja den Laden zusammen. Auch Chantal versucht mit Schwarz, ihrer deutlich erfahreneren Gegnerin Paroli zu bieten:

Moser, Eva (Baden-Baden) - Voss, Chantal (Mainz)

(Weiß am Zug)

Ob die Mainzer Spielerinnen (jeweils mit Schwarz) den Status Quo lange halten können, darf angesichts der ELO-Unterschiede bezweifelt werden. An Brett 5 steht Elena Sedina bereits besser und strahlt Zuversicht aus allen Poren aus. Es ist dennoch angenehm zu sehen, dass die fünf Mainzer Spielerinnen versuchen, dem Favoritenteam wenigstens einen ordentlichen Kampf zu liefern.

11:07

Veronika Kiefhaber macht in ihrem Endspiel keine richtigen Fortschritte:

Kiefhaber, Veronika (Karlsruhe) - Nikolova, Adriana (Friedberg)

(Weiß am Zug)

Und an Brett 2 muss sich Manuela Mader mit dem Umstand herumquälen, dass sie bis jetzt die Rochade noch nicht geschafft hat:

Mader, Manuela (Karlsruhe) - Levushkina, Elena (Friedberg)

(Weiß am Zug)

Nach zwei Stunden sieht es so aus, als würde Friedberg an den ungeraden Brettern (also mit Weiß) leichte Vorteile besitzen, während die Schwarzspielerinnen der Gastgeber an den geraden Bretter sehr gut gegenhalten. Aber vielleicht sieht man ja nur, was man sehen möchte; Tatsache ist, dass auch die Karlsruher Schwarzbretter höchstens minimale Nachteile verwalten müssen. Die Gesamteinschätzung kann also jederzeit umschlagen - noch ist überhaupt nichts entschieden.

11:00 Kurzer Nachtrag: Die Frauenregionalligamannschaft von Gießen ist nur zu dritt angetreten (bei vier Brettern), d.h. Friedberg 2 führt mit 1:0.
10:50

Am dritten Brett im Match zwischden Karlsruhe gegen Friedberg steht Deimante recht eindrucksvoll:

Daulyte, Deimante (Friedberg) - Lauterbach, Ingrid (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Die weiße Zentrumsaufstellung sieht sehr attraktiv aus, aber man muss immer im Hinterkopf behalten, dass es allein für optische Vorteile noch keine Punkte gibt. Mal sehen, ob es ihr gelingt, Kapitel aus ihrer Initiative zu schlagen. An Brett 5 demonstrieren Lyubka Genova und Bergit Brendel, wie Pferdehaltung in der Praxis nicht aussehen sollte:

Genova, Lyubka (Friedberg) - Brendel, Bergit (Karlsruhe)

(Schwarz am Zug)

Eine sehr schwierige Position. Wie an den meisten anderen Brettern hat Weiß leichten Vorteil aus der Eröffnung mitgenommen, aber den Vorteil in einen Brettpunkt umzuwandeln ist eine völlig andere Geschichte.

10:37

Gehen wir wieder auf die andere Seite des Spielsaals, wo Mainz sich gegen die Baden-Badener Mannschaft zur Wert setzen muss:

Schlein, Julia (Mainz) - Arakhamia-Grant (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Julia Schlein für Mainz hat die gegnerischen Figuren im Zentrum eingeengt, aber Schwarz scheint gut zurechtzukommen, insbesondere da sie bereits die b-Linie in Besitz genommen hat. In der Vergangenheit (und auch der gestrige Tag würde in die Statistik passen) hat die Schwarzspielerin gelegentlich Zeitnotprobleme in der folgenden Partiephase bekommen; mal sehen, wie sie heute ihre Bedenkzeit einteilt...

Krasnopeyeva, Julia (Mainz) - Sedina, Elena (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Zwei Bretter weiter hinten ist Elena Sedina angenehm aus der Eröffnung gekommen. Die Weißspielerin rochierte in der abgebildeten Position und scheint nicht unzufrieden zu sein, aber ich habe den Eindruck, dass hier bereits etwas schiefgegangen sein muss. Weiß kann auf den weißen Feldern schnell mal Probleme bekommen, wenn die schwarzen Leichtfiguren (der Läufer auf f5 steht bereits bereit, der Springer von c6 kann über b4 dazustoßen) irgendwann in das weiße Territorium einmarschieren.

10:25

Adriana ist es an Brett 4 gelungen, nach dem Tausch eines Turmpaars die 7.Reihe zu sichern, was in diesem Endspiel sicher wichtig ist. Damit steht sie relativ nah am Ausgleich. Es ist Zeit, einen Blick auf die Friedberger Spitzenbretter zu werfen:

Ohme, Melanie (Friedberg) - Schmidt, Jessica (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Melanie, der ich heute einen waschechten Hausigel als Glücksbringer ans Brett gesetzt habe, steht mit Weiß solide, aber mehr kann man im Moment nicht dazu sagen.

Mader, Manuela (Karlsruhe) - Levushkina, Elena (Friedberg)

(Schwarz am Zug)

Wenn es die beiden f-Bauern noch gäbe, könnte man ohne schlechtes Gewissen von einer normalen Struktur sprechen. So jedoch kommen neue taktische Motive ins Spiel. Ich kann auf die Schnelle nicht einschätzen, wen die offene f-Linie mehr begünstigt (ein Problem für Schwarz könnte das geschwächte Feld e6 werden), aber Elena wird schon wissen, was sie tut.

10:15

Im Match zwischen Baden-Baden und Mainz scheint die Mainzer Spielerin an Brett 6 die ersten Probleme zu bekommen:

Schut, Lisa (Baden-Baden) - Zemke, Christine (Mainz)

(Schwarz am Zug)

Weiß hat eine beachtliche Zentrumsinitiative, und mittel- bis langfristig könnte der schwarze König ein Problem bekommen. Im Zentrum sollte er nicht bleiben; die lange Rochade wird nicht umsetzbar sein, und die weißen Figuren stehen bereit, den gegnerischen Monarchen am Königsflügel in Empfang zu nehmen. Da an diesem Brett auch der ELO-Unterschied am größten ist (über 500 Punkte zugunsten von Baden-Baden), rechne ich mit einem zeitigen 2:0.

10:05

Mir ist gerade aufgefallen, dass auch Karlsruhe die Aufstellung gegenüber gestern geringfügig geändert hat. Für Isabel Delemarre spielt heute Julia Scheynin an Brett 6. Mal sehen wie sich die Dinge hier entwickeln:

Scheynin, Julia (Karlsruhe) - Janotta, Steffi (Friedberg)

(Weiß am Zug)

Es gibt nicht viel zu sehen; die Karlsruher Spielerin hat leichten Raumvorteil. Es folgte Sg4 (vielleicht sehen wir irgendeine Form von Königsangriff im weiteren Partieverlauf). Aber davon sind wir noch ein Stück entfernt, und auch die anderen Bretter lassen es gemächlich angehen.

9:55

Anna Endress ist nicht erschienen, so dass Baden-Baden kampflos 1:0 in Führung geht. Zwischen Friedberg und Karlsruhe ist die Partie am vierten Brett am weitesten fortgeschritten:

Kiefhaber, Veronika (Karlsruhe) - Nikolova, Adriana (Friedberg)

(Schwarz am Zug)

Die Weißspielerin hat ihren Anzugsvorteil in ein leicht vorteilhaftes Endspiel umgewandelt. Schwarz steht etwas eingeengt, insbesondere da das Springerfeld d5 bis auf weiteres für sie nicht verfügbar ist. Natürlich ist die Stellung noch lange nicht verloren, aber Weiß wird auf jeden Fall noch eine Zeitlang das angenehmere Spiel haben.

9:45 Ich bin gerade eine Weile durch das Turnierareal getigert, auf der Suche nach einem Plätzchen mit stabilem Internetempfang. Um es kurz zu machen, die Verbindung ist bestenfalls wechselhaft, aber ich hoffe, dass ich zumindest in der Lage sein werde, in größeren zeitlichen Abständen die Zwischenberichte hochzuladen.
9:22 Wie ich gerade erfahren habe, findet im Nachbarraum nachher ein weiterer interessanter Mannschaftskampf statt, nämlich Friedberg 2 gegen den SK Gießen in der Frauenregionalliga West (Beginn meines Wissens um 10 Uhr). Ich werde mich bemühen, die Zwischenergebnisse dieses Kampfes hier ebenfalls bekanntzugeben.
9:15 Elena (welche anscheinend am Vorabend meine Berichterstattung nachgelesen hatte) hat mir vorhin im Hotel beim Frühstück gesagt, dass die "unorthodoxe Stellung" gestern zur Abwechslung mal nicht ihre Schuld gewesen sei. Und so war ich natürlich gespannt, was sie heute aufs Brett zaubern würde. Nach den Zügen 1.d4 g6 2.c4 ging Elena tief in die Bücher, und gerade als ich dachte, ich würde eine etwas ordinärere Variante zu sehen bekommen, bewegte sich ihre Hand in Richtung des f-Bauern. Sagen wir mal so - langweilig wird ihre Partie bestimmt wieder nicht.
9:00 Der Startschuss ist gefallen. Bei Mainz sitzen allerdings leider wieder nur fünf Spielerinnen am Brett - vielleicht kommt ja Anna Endress noch, aber ich rechne nicht damit.
(30.10.)
8:50
Liebe Schachfreunde!
Der Tag begann, wie es so üblich ist, mit den Fortsetzungen der Diskussionen über glückliche und unglückliche Wendungen der Ereignisse vom Vortag, über genutzte und ausgelassene Chancen und so vieles mehr. Ich kann jedoch berichten, dass die Friedberger Mannschaft trotz der gestrigen knappen Niederlage auch heute wieder hochmotiviert an die Bretter gehen. Der Gegner heißt diesmal Karlsruhe; im Nachbarmatch trifft Baden-Baden auf Mainz.
Bei den Mannschaftsaufstellungen gibt es zwei Änderungen gegenüber Runde 1: Bei den Gastgebern ist Steffi Janotta in die Mannschaft hineingerutscht, dafür fehlt Ticia Gara (gestern Brett 3). Bei Mainz wurde Hanna Leks vorn nicht gemeldet, was hoffen lässt, dass die Mannschaft zu sechst oder wenigstens zu fünft antreten wird. Soweit die Vorbetrachtung, gleich gehts los.
Roland Voigt


Ergebnisse und Berichte von Runde 1

SF 1891 Friedberg 2½ : 3½ OSG Baden-Baden
1 Ohme, Melanie 0 : 1 Zatonskih, Anna
2 Levushkina, Elena ½ : ½ Kachiani-Gersinska, Ketino
3 Gara, Ticia 1 : 0 Arakhamia-Grant, Ketevan
4 Daulyte, Deimante 0 : 1 Moser, Eva
5 Nikolova, Adriana ½ : ½ Sedina, Elena
6 Genova, Lyubka ½ : ½ Schut, Lisa

TSV Schott Mainz 1 : 5 Karlsruher SF 1853
1 Leks, Hanna - : + Schmidt, Jessica
2 Endress, Anna - : + Mader, Manuela
3 Frey, Alisa 0 : 1 Lauterbach, Ingrid
4 Schlein, Julia 0 : 1 Kiefhaber, Veronika
5 Voss, Chantal 1 : 0 Brendel, Bergit
6 Krasnopeyeva, Julia 0 : 1 Delemarre, Isabel


19:20 Damit endet der heutige Wettkampftag für die vier Mannschaften in Friedberg. Leider hat die Internetverbindung doch die meiste Zeit nicht wie erhofft funktioniert. Mit etwas Glück klappt es morgen besser, so dass wir von der zweiten Runde eine gute Liveübertragung bieten können. Bis dahin erstmal danke fürs Mitlesen.
Roland Voigt
19:18 Es ist vollbracht. Die Partie an Brett 6 endete - irgendwie, ich war nicht dabei - remis. Kurz danach einigten sich auch die Spielerinnen am Nachbarbrett auf die Punkteteilung. Baden-Baden feiert somit einen knappen, in letzter Instanz aber doch nicht unverdienten Mannschaftssieg.
19:15 Die zweite Zeitnotphase ist bei dem vorliegenden Bedenkzeitmodus ja die letzte. Insofern müssen beide Spielerinnen ab jetzt mit den 30 Sekunden auskommen, die sie pro Zug erhalten. Eine große Zuschauertraube hat sich um Brett 6 herum aufgebaut. Die Spannung ist kaum noch messbar...
19.05

Lisa Schut macht es noch einmal spannend. Während an Brett 5 noch ein bisschen Lehrbuch-Turmendspiele praktiziert werden, wird ihre Stellung langsam kritisch:

Genova, Lyubka (Friedberg) - Schut, Lisa (Baden-Baden)

(Schwarz am Zug)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stellung objektiv bereits rettungslos verloren ist, aber allmählich wird die Zeit ein zweites Mal knapp. Wenn Friedberg hier überraschend einen ganzen Punkt holt, würde das doch noch das ersehnte Mannschafts-Unentschieden bedeuten.

18:56 Brett 4 geht wie erwartet an Baden-Baden. Damit ist der Verlust der Friedberger Mannschaft praktisch besiegelt, denn an den letzten beiden Brettern kann jetzt nur noch Baden-Baden ernsthaft auf Sieg spielen.
18:53 Die Sensation bleibt wohl doch aus. Am Brett 2 haben sich die Spielerinnen auf Remis geeinigt; sowohl an Brett 1 als auch an Brett 4 ist ein Bauernendspiel entstanden, welches für die Baden-Badener Spielerin leicht gewonnen ist. Melanie hat in diesem Moment aufgegeben, und Deimante wird in Kürze ebenfalls die Hand herüberreichen.
18:45 Bei Elena sind inzwischen die Türme getauscht, womit das Gewinnpotential fast auf Null gesunken ist. Eva Moser macht an Brett 4 definitiv Fortschritte (ich tippe auf einen baldigen Sieg). An Brett 5 haben die Spielerinnen eine Lehrbuch-(Remis-)Stellung erreicht; lange sollte diese Partie nicht mehr dauern.
18:35 Kurz nachdem zwischen Friedberg und Baden-Baden die erste Partie entschieden war, ging im anderen Kampf die letzte Partie zu Ende. Isabel, die im Verlauf ihrer Partie sicher diverse Höhen und Tiefen gesehen hatte, verwandelte zum 5:1-Endstand.
18:30 Friedberg führt! Ticia ist es gelungen, ein paar Türme zu tauschen und ihren Vorteil in ein elementar gewonnenes Turmendspiel mit zwei Mehrbauern zu übertragen. Ihre Gegnerin ließ sich den Rest nicht mehr zeigen.
18:20

Lyubka Genova hat es geschafft, ihre Figuren sinnvoll zu koordinieren, was weitere Gewinnversuche ihrer Gegnerin auf jeden Fall deutlich erschwert. Melanie muss mit abgeschnittenem König gegen den Freibauern von Anna Zatonskih kämpfen (Diagramm siehe unten), was keine leichte Sache ist. Und dann läuft da ja auch noch die Partie an Brett 6 zwischen Mainz und Karlsruhe:

Krasnopeyeva, Julia (Mainz) - Delemarre, Isabel (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Ein interessantes Endspiel zweifellos; leider fällt es angesichts des bereits entschiedenen Mannschaftskampfes und der Hochspannung im parallelen Wettkampf schwer, sich für den weiteren Verlauf der Partie zu begeistern.

18:12

Während bei Mainz und Karlsruhe nur noch eine Partie dahinplätschert, hat Elena Levushkina die Lage auf ihrem Brett entspannen können:

Levushkina, Elena (Friedberg) - Kachiani-Gersinska, Ketino (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Langsam könnte sich der entfernte Freibauer doch bemerkbar machen. Am Nachbarbrett wird Melanie von Anna Zatonskih bearbeitet:

Zatonskih, Anna (Baden-Baden) - Ohme, Melanie (Friedberg)

(Weiß am Zug)

Die Faustregel besagt, dass auf der Seite, wo insgesamt weniger Bauern stehen, die Bauernmajorität leichter bzw. schneller in einen Freibauern umgesetzt werden kann. Im aktuellen Fall trifft die Regel sicher zu, aber das darf kein Grund für Schwarz sein, in Panik zu verfallen. Ich sehe jedenfalls nach wie vor sehr gute Remisaussichten für Melanie.

18:08

Vier Stunden sind vorüber, aber auch weiterhin ist an keinem der sechs Bretter zwischen Friedberg und Baden-Baden eine Entscheidung gefallen. Ein kurzer Blick auf Brett 6:

Genova, Lyubka (Friedberg) - Schut, Lisa (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Ob der schwarze Qualitätsverlust auf ein Versehen zurückzuführe ist oder in voller Absicht geschah, vermag ich nicht zu sagen (eventuell hat auch die Zeitnot eine Rolle gespielt). Man sollte sich aber keine Illusionen darüber machen, dass die offene weiße Stellung regelrecht erbärmlich ist.

17:57

Und so sieht das Doppelturmendspiel an Brett 3 zwischen den Gastgebern und der Mannschaft aus Baden-Baden im Moment aus:

Arakhamia-Grant, Ketevan (Baden-Baden) - Gara, Ticia (Friedberg)

(Schwarz am Zug)

Weiß muss sich nicht nur mit zwei Minusbauern, sondern auch mit permanenten Mattdrohungen herumschlagen. Im anderen Kampf ist der Sieg von Karlsruhe inzwischen amtlich, Alisa Frey hat in ihrem hoffnungslosen Endspiel die Waffen gestreckt.

17:53

Elena Sedina und Adriana Nikolova haben sich inzwischen auch noch in die Liste der schwierigen Turmendspiele eingetragen:

Sedina, Elena (Baden-Baden) - Nikolova, Adriana (Friedberg)

(Schwarz am Zug)

Vielleicht haben ja beide Spielerinnen gleich keine Lust mehr und einigen sich auf Remis. Da aber zur Zeit völlig unklar ist, welche Seite auf Gewinn spielen muss, würde ich tippen, dass die Partie noch eine Weile dauert.

17:50 Ticia hat ihre Mehrfigur gekonnt zurückgeopfert und dadurch die gegnerischen Bauern nahezu restlos aufgerieben. Sie erreicht damit ein vorteilhaftes Doppelturmendspiel, und zur Abwechslung steht einmal eine Baden-Badener Spielerin mit dem Rücken zur Wand. Kann Friedberg gegen die Meistertruppe in Führung gehen?
17:45 Ich muss mich bei den Karlsruher Fans entschuldigen, denn Isabel hat am letzten Brett in Wirklichkeit keine Mehrfigur. (Verzählt, sorry!) Aber am Ausgang des Mannschaftskampfes gibt es trotzdem kaum Zweifel. Soeben hat Veronika an Brett 4 den vollen Punkt eingefahren, und auch Ingrid direkt nebenan steht auf Sieg.
17:38

Die zahlreichen Zuschauer, die den Spielsaal bevölkern, kommen voll auf ihre Kosten. Zwischen den Friedberger Schachfreundinnen und den Gästen aus Baden-Baden ist nach wie vor keine einzige Partie entschieden, an allen Brettern wird verbissen gekämpft:

Daulyte, Deimante (Friedberg) - Moser, Eva (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Eva Moser hat sich in mühsamer Arbeit einen Mehrbauern erkämpft, aber Weiß ist noch nicht geschlagen. Auch der Rest des Teams liefert den Vorjahresmeistern einen Kampf, der sich sehen lassen kann.

17:33 Nachtrag: Chantal Voss hat tatsächlich den vollen Punkt geholt, es steht derzeit 1:2 aus Mainzer Sicht. An den restlichen Brettern sollte Karlsruhe aber mindestens zwei Brettpunkte holen können.
17:30

Isabel Delemarre an Brett 6 von Karlsruhe hat mittlerweile eine Figur mehr, und auch Veronika Kiefhaber ist nach reichlich Figurentauschgeschäften gut ins Spiel gekommen. Ein großes Fragezeichen steht an Brett 5:

Brendel, Bergit (Karlsruhe) - Voss, Chantal (Mainz)

(Schwarz am Zug)

Die wohl attraktivste Partie in diesem Mannschaftskampf sieht inzwischen vielversprechend für die Mainzer Spielerin aus, leider wird sie allein den Ausgang des Matches nicht retten können.

17:25

Meine Einschätzung, die erst kürzlich in Richtung Friedberg gekippt war, kippt wieder zurück. Baden-Baden hat bessere Turmendspiele an den Brettern 1 und 4, Elenas Mehrbauer kommt nicht so richtig zur Geltung, da sie auf der anderen Bretthälfte gefordert wird. Und an Brett 6 muss auch etwas schiefgegangen sein:

Genova, Lyubka (Friedberg) - Schut, Lisa (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Über lange Zeit hatte Weiß Druck gegen den Bauern d6 aufbauen können, aber dann ist ein ungünstiger Abtausch auf d5 geschehen, und seitdem hat die Friedberger Spielerin nicht mehr viel zu lachen. Der zentrale schwarze Läufer ist dem Springer deutlich überlegen.

17:15

Zwischen Friedberg und Baden-Baden sind die Dinge bei weitem nicht so klar, wie sie es noch beim letzten Kommentar zu sein schienen, denn an nahezu allen Brettern fangen die Gäste plötzlich an zu schwimmen. An Brett 1 macht Melanie Druck, Elena an 2 verfügt noch immer über einen Mehrbauern, welcher rein zufällig auch noch ein Freibauer ist. Ketevan Arakhamia-Grant hat zwar beachtlich viele Bauern eingesammelt (sie hat jetzt vier verbundene Freibauern auf den Linien a bis d), aber dafür ist ihr eine Leichtfigur abhanden gekomen. Selbst Eva Moser an Brett 4 scheint sich zu quälen:

Daulyte, Deimante (Friedberg) - Moser, Eva (Baden-Baden)

(Schwarz am Zug)

Zwischendurch sah es einmal so aus. Wohin die Verwicklungen führen, konnte ich nach den wenigen Sekunden, die ich pro Brett für eine Einschätzung investiere, nicht absehen, aber zumindest beschäftigt Deimante ihre Gegnerin deutlich mehr, als ich vorhin noch vermutet hatte.

17:02

Zurück zum Wettkampf Mainz gegen Karlsruhe. An Brett 3 hat Ingrid Lauterbach eine Abwicklung in ein Endspiel Läufer gegen Springer erreicht, in dem sie trotz gleicher Bauernzahl deutlichen Vorteil besitzen sollte. Wenn Ihr der Sieg gelingt, hätte Karlsruhe den ersten Mannschaftspunkt bereits sicher - umso eindrucksvoller, wenn man bedenkt, dass im Match zwischen Friedberg und Baden-Baden noch alle Partien laufen.

Krasnopeyeva, Julia (Mainz) - Delemarre, Isabel (Karlsruhe)

(Weiß am Zug)

Mein Eindruck ist, dass sich die Mainzer Spielerin schlicht vergaloppiert hat und ihre Stellung jetzt an allen Ecken und Enden langsam auseinanderbricht. Wenn Isabel am letzten Brett nicht ein grobes Missgeschick passiert, sollte Karlsruhe hier den Mannschaftssieg sicherstellen können.

16:55 Zeit für ein paar Bemerkungen ohne Diagramme. An Brett 1 ist in ein Doppelturm-Läufer-Endspiel abgewickelt worden, in dem Anna Zatonskih die entfernte Bauernmajorität besitzt, Melanie aber momentan die einzige offene Linie kontrolliert. Nach einer sehr schnellen Einschätzung sollte es ihr gelingen, gegen eine nominell deutlich favorisierte Gegnerin einen halben Punkt zu erzielen. An Brett 3 finden soeben unklare Abwicklungen statt, aber wenn ich die Gesichtsausdrücke der Spielerinnen richtig interpretiere, wird die Weißspielerin für Baden-Baden mit Vorteil verbleiben. Auch Eva Moser steht für die Gastmannschaft positionell besser; am ehesten gibt es für Friedberg also an den hinteren Brettern etwas zu holen.
16:47 Es ist jetzt fast zwei Stunden her, dass ich eine vernünftige Internet-verbindung aufbauen und die Live-Berichte aktualisieren könnte. Schieben wir auf das Wetter - es ist stark bewölkt, kühl, und auch recht trist ohne die besagten Sirenen auf der Straße direkt vor dem Haus. Schachlich passiert gerade ebenfalls wenig; Ketino Kachiani-Gersinska an Brett 2 von Baden-Baden hat Elena gerade den Damentausch angeboten, vermutlich in der Hoffnung auf ein irgendwie remises Doppelturmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern.
16:35

Hier also das versprochene Diagramm von Brett 3, Mainz gegen Karlsruhe:

Lauterbach, Ingrid (Karlsruhe) - Frey, Alisa (Mainz)

(Weiß am Zug)

Die gesamte Partie sah ungefähr so aus wie die vorliegende Stellung, nämlich recht langweilig und praktisch ununterbrochen im Ausgleichsbereich. Zumindest den Spaßfaktor bewahrt Chantal Voss an Brett 5; dort kam die erwartete Abtauschsequenz aufs Brett, und Weiß schaffte zum Schluss Txh7. Mit Vorteil? Nicht so klar; die Mainzer Spielerin erwiderte trocken 0-0, und plötzlich ist aus schwarzer Sicht wieder alles im grünen Bereich.

Auch aus dem Match der Gastgeber bin ich noch ein Diagramm schuldig:

Sedina, Elena (Baden-Baden) - Nikolova, Adriana (Friedberg)

(Schwarz am Zug)

Die beiden Spielerinnen am fünften Brett folgten über weite Strecken einer bekannten Theorievariante im Sizilianer mit 2.c3, die, wenn ich mich nicht irre, als geringfügig vorteilhaft für Weiß gilt.

16:15

Wie durch ein Wunder hat sich die Bauernstruktur von Elena am zweiten Brett wieder begradigt:

Levushkina, Elena (Friedberg) - Kachiani-Gersinska, Ketino (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Nicht nur die meisten c-Bauern wandeln mittlerweile wieder auf normalen Pfaden, die weißen Bauern sind auch momentan in der Überzahl. Man sollte jedoch nicht unterschätzen, dass die schwarzen Figuren im Gegenzug deutlich günstiger stehen. "Kompensation" soll das wohl heißen, und wenn man nicht sicher ist, ob das einen ganzen Bauern wert ist, spricht man diplomatisch von "leichter Kompensation".

Gehen wir mal kurz zu den Brettern, die ursprünglich die Mittelbretter im Kampf Mainz gegen Karlsruhe hätten sein sollen. Julia Schlein hat ein wenig Vorteil für Mainz erspielt:

Schlein, Julia (Mainz) - Kiefhaber, Veronika (Karlsruhe)

(Schwarz am Zug)

Das Feld d6 spricht für Weiß, aber das war es im wesentlichen auch schon. Nicht spannender steht es an Brett 3 (Diagramm folgt).

16:05

Und so haben sich die Dinge am fünften Brett im Match Mainz gegen Karlsruhe entwickelt:

Brendel, Bergit (Karlsruhe) - Voss, Chantal (Mainz)

(Schwarz am Zug)

Schwarz kann auf d3 tauschen und die vorübergehend geopferte Leichtfigur auf g5 zurückholen. Allerdings wird sie aufgrund der geöffneten h-Linie danach auch nicht sorgenfrei stehen. Und über all dem schwebt ja auch noch der Stand von 2:0 für Karlsruhe durch die anfängliche Mainzer Unterzahl...

15:50

Es ist Zeit, auch den Damen aus Karlsruhe und Mainz wieder etwas Aufmerksamkeit zu schenken:

Krasnopeyeva, Julia (Mainz) - Delemarre, Isabel (Karlsruhe)

(Schwarz am Zug)

Die Weißspielerin an Brett 6 hat eine beeindruckende Bauernfront am Königsflügel aufgefahren, was sicher noch etwas wirkungsvoller wäre, wenn die Gegnerin nicht die Frechheit besessen hätte, in die Gegenrichtung zu rochieren. Direkt vor ihr wollen Bergit Brendel und Chantal Voss es wohl ein bisschen krachen lassen; der weiße Läufer auf g5 (Diagramm siehe unten) hängt seit einer Ewigkeit, inzwischen hat Schwarz mit einem Springereinschlag auf e5 zu Protokoll gegeben, dass sie auch bereit ist, etwas Material zu investieren.

15:42

An den Brettern 4 und 6 tut sich allmählich etwas:

Daulyte, Deimante (Friedberg) - Moser, Eva (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Eva Moser scheint ihre Gegnerin langsam positionell zu überspielen. Ein paar der weißen Figuren erwecken den Eindruck, sich geringfügig verlaufen zu haben, dafür beginnt Schwarz, am Damenflügel die Kontrolle zu übernehmen.

Genova, Lyubka (Friedberg) - Schut, Lisa (Baden-Baden)

(Weiß am Zug)

Oberflächlich sieht es die weiße Stellung freundlich aus. Ich befürchte aber, dass sie in Kürze Probleme durch den ungedeckten Springer und - damit verbunden - ihren e-Bauern bekommt.

15:30

Melanie ist am ersten Brett inzwischen zu b7-b5 gekommen (mal sehen, wie sich das weiter entwickelt). Dahinter hat sowohl Elenas Dame als auch die Dame ihrer Gegnerin einen kleinen Rückzieher gemacht, und die Stellung scheint sich (abgesehen von der leicht ungewöhnlichen Bauernstruktur, siehe unten) zu entspannen. Interessanter wird es hingegen an Brett 3:

Arakhamia-Grant, Ketevan (Baden-Baden) - Gara, Ticia (Friedberg)

(Schwarz am Zug)

Schwarz scheint schon Probleme zu haben. Die Rochade hat sie bis jetzt nicht geschafft, und es ist nicht absehbar, dass sich das in naher Zukunft ändern wird. Also doch langsam erste Vorteile für Baden-Baden? Es wäre aus Ticias Sicht wünschenswert, wenn sie das Zentrum fürs erste geschlossen halten könnte.

15:07

Leider ist unsere Internetverbindung im Spielsaal derzeit nicht besonders stabil, also bitte nicht wundern, wenn gelegentlich mal ein Weilchen nichts passiert. Die Sirenen haben inzwischen aufgehört, schachlich ist immer noch viel los. Werfen wir mal einen Blick auf das Friedberger Spitzenbrett:

Zatonskih, Anna (Baden-Baden) - Ohme, Melanie (Friedberg)

(Weiß am Zug)

Ich tippe mal, dass sich Melanie bis hierhin relativ gut auskannte. Die schwarze Stellung ist jedenfalls - wie so oft nach einer vernünftigen Eröffnung - ganz leicht passiv, aber in keiner Weise beunruhigend. Machen wir einen Sprung in den Nachbarwettkampf:

Brendel, Bergit (Karlsruhe) - Voss, Chantal (Mainz)

(Schwarz am Zug)

Es scheint eine interessante Partie am fünften Brett zu werden. Die Mainzer Spielerin, die durch den 0:2-Rückstand ihres Teams ohnehin bereits unter Druck steht, muss sich erstmal mit dem Gedanken anfreunden, dass ihre Gegnerin das Materielle anscheinend nicht so genau nimmt. Ich bin gespannt auf die nächsten Züge...

14:52 Bis jetzt scheint sich das Match zwischen Friedberg gegen Baden-Baden relativ ausgeglichen zu entwickeln. Ob die Gäste irgendwo in den Tiefen der gespielten Varianten schon leichte Vorteile haben, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall nicht so, dass die Gastgeber aus Respekt vor dem Meisterteam gleich tot umfallen.
Ein Wort zum Ambiente: Die Gastgeber haben sich alle Mühe gegeben und nicht nur einen zuschauerfreundlichen Spielsaal eingerichtet, sondern auch einen Analyseraum, einen Vorraum mit großen Anzeigen der Mannschaftsaufstellungen und vieles mehr. Es ist eine sehr angenehme Atmosphäre, und wenn nicht alle paar Minuten aufdringliche Feuerwehrsirenen durchs Land dröhnen würden (feiern die etwa auch ein 120-jähriges Jubiläum?), so wäre alles perfekt.
14:45

Wie so oft hat Elena nach den Anfangszügen eine sehr unorthodoxe Stellung auf dem Brett:

Levushkina, Elena (Friedberg) - Kachiani-Gersinska, Ketino (Baden-Baden)

(Schwarz am Zug)

Nun ist es ja so, dass sich Elena mit derartigen Stellungsbildern prächtig versteht; ihre Gegnerin grübelt schon seit einer Weile...

14:33 Soeben hat der Schiedsrichter die beiden kampflosen Punkte für Karlsruhe offiziell gemacht. Für Friedberg verwaltet Melanie einen Königsinder, Deimante etwas Französisch-Aussehendes und die anderen vier Spielerinnen haben diverse Sizi-Variationen auf dem Brett. Es ist noch deutlich zu früh für irgendwelche Prognosen.
14:25 An zehn Brettern läuft die Eröffnung, an zwei Brettern läuft gar nichts. Die Mainzer haben noch fünf Minuten Zeit, die beiden fehlenden Spielerinnen aufzutreiben, danach steht es 2:0 für Karlsruhe.
Für die Statistiker: Baden-Baden ist mit einem ELO-Schnitt von 2390 an diesem Wochenende der klare Favorit. Die Gastgeber bringen immerhin durchschnittlich 2300 ELO-Punkte ans Brett. Karlsruhe liegt knapp unter 2200; Mainz würde es (zu sechst) aus etwa 2070 bringen, aber danach sieht es im Moment nicht aus.
(29.10.)
14:10
Der Startschuss ist gefallen. Da es in der Anfangsphase schachlich nicht viel zu sehen gibt, habe ich erstmal von den Spielerinnen ein paar Fotos gemacht (werden evtl. später hochgeladen).
Eine Kleinigkeit: Bei Mainz fehlen zur Zeit die ersten beiden Bretter. Ich weiß nicht, ob die Spielerinnen H.Leks und A.Endress noch erwartet werden, bemühe mich aber, das demnächst in Erfahrung zu bringen.
(27.10.) Liebe Schachfreunde!
An diesem Wochenende beginnt die Frauenbundesliga-Saison 2011/2012; die Mannschaften aus Guben, Rodewisch und Friedberg werden jeweils eine Doppelrunde ausrichten. Ich habe die Ehre, für die Schachfreunde Friedberg einen Liveticker einzurichten. Sofern eine stabile Internet-Verbindung gewährleistet ist - wir hoffen einfach mal das Beste - werde ich ab Samstag Nachmittag live aus dem Bürgerhaus Friedberg-Dorheim von den Wettkämpfen berichten. Die Gastgeber treffen gemeinsam mit ihrem Reisepartner aus Mainz auf den Vorjahresmeister Baden-Baden sowie die Mannschaft aus Karlsruhe. Wir können also interessante Begegnungen erwarten.
Roland Voigt